Liebe Besucherin,

lieber Besucher,

 

auf den nachfolgenden Seiten möchte ich Dich gerne über mich, meine Arbeit und sonstige interessante und aktuelle Ereignisse informieren.

Allen Besuchern wünsche ich ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2020.

 

Frerich

 

 

Rechte Worte

 

Behutsam tragen blanke Schuhe es aufs Podest

weich eingehüllt in ein Redemanuskript.

Schmale Lippen im geschminkten Gesicht lassen es frei.

Es füllt den Raum, es sucht die Ohren

wohl an die tausend an fünfhundert Köpfen.

Gierig saugen die Gehirne ein, das Wort, ins Dumpfe, Trübe.

In gestriger Gedankenwelt stets gut versorgt, stärkt sich´s mit der üblen Speise.

Wird groß und hässlich, will ans Licht, unüberhörbar als Parole.

Die Lippen, die es überspringt, sind dicker, breiter, Schaum-benetzt.

Das Wort, das zur Parole wurde, wird dröhnend tausendfach gejohlt.

Flattert mit den Fahnen, bricht sich an Wänden!

Im Takt der Stiefeltritte klingt schriller es und macht mir Angst.

Messer und Knüppel als Begleiter

marschiert es durch die ganze Stadt.

Enthemmt erklärt es den zum Feind, der anders ist als seine Rufer.
Gebrochene Augen, geschundene Glieder – eine Leiche liegt am Straßenrand.

Am Anfang war es nur ein Wort – jetzt ist es Mord!


Die schmalen, heuchlerischen Lippen bekunden Beileid und Betroffenheit.

Mit keiner Silbe ein Geständnis, dass sie dem Wort die Flügel gaben.

Die neue Rede ist geschrieben, gemein, verlogen und subtil.
Der Mensch mit dem geschminkten Gesicht, er weiß es, was wir alle wissen:

Dieser Mord - es war sein Wort!

Frerich Ihben, 2019